20. April 2017

Gutes Essen beim Saisonstart!

Liebe Leute,
wir haben euch noch gar nicht mitgeteilt, dass es beim Saisonstart am Sonntag besonders hervorragendes Essen geben wird: In einer Aktion von WeserHOLZ und dem Übergangswohnheim in der Grünenstraße 120 ist eine mobile Küche entstanden, die am Sonntag auf der Lucie eingeweiht wird. Das wird lecker!!
-- Spenden fürs Kuchenbuffet sind herzlich willkommen! --


Buchtipp "Umkämpftes Grün"

Heut gibt´s nen Buchtipp für die Theoretiker/innen unter euch. "Umkämpftes Grün", erschienen im transcript Verlag, beschreibt den Spagat von Projekten "von unten", die ausgerechnet von denen leicht vereinnahmt werden können, gegen die sie sich eigtl wehren möchten:
"In vielen Fällen zielt diese Einbeziehung nichtstaatlicher Akteur_innen weniger auf die partizipativen Rechte der Bürger_innen, sondern auf eine Auslagerung traditioneller staatlicher Verantwortungsbereiche auf zivilgesellschaftliche Organisationen"

Hochaktuell für uns Lucies - befinden wir uns doch gerade in Vertragsverhandlungen mit der Stadtgemeinde Bremen über die zukünftige Nutzung des Lucie-Flechtmann-Platzes!

Bild vom transcript-Verlag

Umkämpftes Grün

Zwischen neoliberaler Stadtentwicklung und Stadtgestaltung von unten


Urbane Gärten sind aus vielen Städten nicht mehr wegzudenken. Gemeinschaftlicher Gemüseanbau wird dabei oft als rebellischer Akt der Stadtgestaltung von unten verstanden. Gleichzeitig taucht »urban gardening« immer häufiger in Stadtentwicklungsplänen und Werbebroschüren auf.
Die Beiträger_innen des Bandes liefern eine kritische Analyse grüner urbaner Aktivitäten und ihrer umkämpften und widersprüchlichen Rolle in aktuellen Prozessen der Neoliberalisierung des Städtischen.

18. April 2017

Grünkohle gibt es nicht

Ironie pur: Vattenfall eröffnet einen Gemeinschaftsgarten für ein grüneres Berlin.

Ein Konzern, der mit Braunkohle und Atomkraftwerken Milliarden Gewinne auf Kosten von Natur und Gesellschaft eingefahren hat - und zur Zeit die BRD auf fünf Milliarden Euro Schadenersatz verklagt für „entgangene Gewinne" durch den Automausstieg.

Wir distanzieren uns von diesem Greenwashing-Quatsch, denn wir gärtnern nicht aus den gleichen Gründen wie Vattenfall. Es geht um mehr als ein paar Grünflächen!
Wir sind kein hipper Trend, dem die Stromquelle egal ist, sondern ein ernsthafter und dringend notwendiger Versuch, die Stadt von morgen zukunftsfähig und lebenswert zu gestalten. Deswegen haben wir das Urban Gardening Manifest unterzeichnet.
Wenn Vattenfall den Versuch ernst meint, als "grünes" Energie-Unternehmen aufzutreten, soll es doch zuerst seine Klage zurück ziehen.


Hier ein Statement von Berliner Gemeinschaftsgärtner/innen:


Vattenfall eröffnete am 1. April seinen „Gemeinschaftsgarten" in Berlin – Gartenaktivist*innen protestierten gegen den Greenwashing-Garten

Leider war es kein Aprilscherz: am 1. April 2017 eröffnete Vattenfall feierlich einen Gemeinschaftsgarten vor dem Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße. Es herrscht aufgezwungen heitere Aufbruchstimmung. Zahlreiche Vattenfall-Mitarbeiter*innen räumen auf und legen Beete an. „Pflanz was!", dazu riefen bereits im letzten Sommer tausende Plakate von Vattenfall auf. Daran scheint zunächst nichts auszusetzen, engagieren sich doch viele Menschen für eine grünere Stadt. Allein in Berlin existieren 120 urbane Gärten: Gemeinschaftsgärten, Nachbarschaftsgärten, Selbsterntegärten, interkulturelle Gärten, Gartenarbeitsschulen.

Diese Gemeinschaftsgärten sind gut für die biologische Vielfalt, das Mikroklima, das Überleben der Bienen und auch für das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Ihre positiven Werte haben sich inzwischen weit rumgesprochen. Leider versuchen Marketingabteilungen unterschiedlichster Konzerne inzwischen immer aggressiver, sich die Bilder und Sprache der Urban Gardening Bewegung anzueignen, um sich ein grünes Image zu geben; auch wenn ihre Produkte und Unternehmenspolitik im krassen Gegensatz zu den sozialen und ökologischen Werten stehen, wie sie in Gemeinschaftsgärten gelebt werden. Nicht selten stehen die Unternehmen, die sich ein grünes Image geben wollen, für Industrialisierung der Landwirtschaft, Wachstumswahn, Klimakatastrophen und ungebremsten Konsum. Die Liste dieser Aneignungsbestrebungen ist inzwischen so illuster wie lang: IKEA, BMW, Aldi ..., um nur die bekanntesten zu nennen.  Gegen dieses sogenannte „Greenwashing" - das ökologische Aufhübschen des Unternehmensimages -  sowie die „zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums" wendet sich auch das Urban Gardening Manifest, das von über 200 Initiativen in ganz Deutschland unterstützt wird.

Das schamlose Kopieren und Vereinnahmen der urbanen Gärten zu Werbezwecken wirkt zwar auf den ersten Blick ungewollt komisch, aber insbesondere auch die damit verbundenen teuren Kampagnen stellen eine Bedrohung für die urbane Gartenbewegung dar. Die politischen, sozialen und ökologischen Ziele, für die sich Menschen in den Gärten meist ehrenamtlich einsetzen, drohen in den Hintergrund gedrängt zu werden.

Berliner Gartenaktivist*innen setzten deshalb ein Zeichen gegen die peinliche Gartenaktion von Vattenfall. Eine Gruppe von etwa 20 Gartenaktivist*innen wollte das Bild der harmonischen Gartenarbeit nicht unkommentiert stehen lassen und hat Schilder wie „Ey Vattenfall, Grünkohle gibt es nicht!" in die für die Eröffnung bereitgestellten Kameras gehalten. Mit Schwämmen und Bürsten bewaffnet, wurde der Bürgersteig vor dem eingezäunten Garten „grün gewaschen". „Aber Vattenfall will doch dasselbe wie ihr: Urban Gardening", stellt eine Besucher*in erstaunt fest. Gelegenheit sich über die Unterschiede zu unterhalten und deutlich zu machen, dass das Engagement für soziale und ökologische Gerechtigkeit mit den Unternehmenspolitik Vattenfalls nichts zu tun hat.
Mit dem vermeintlichen „Nachbarschaftsgarten" soll gezielt davon abgelenkt werden, dass das Energieunternehmen zu den größten Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschädigern in der Region gehört. Sein Geld hat es nicht zuletzt mit der Verfeuerung von Braunkohle aus der Lausitz verdient, bekanntlich einer der klimaschädlichsten Formen der Energiegewinnung überhaupt. Dagegen hat im letzten Jahr die Kampagne „Ende Gelände" einen breiten Protest mobilisiert. Nachdem Vattenfall nun sein schmutziges Braunkohlegeschäft an ein als „Energieheuschrecke" verrufenes Unternehmen weiterverkauft hat, will Vattenfall nun offensichtlich sein Image mit urbanen Gärten aufputzen. Während Vattenfall sich klammheimlich von seinen Altlasten befreit und von dem Neueigentümer kein Einsatz für Klimagerechtigkeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie das Reparieren der Schäden in der Region zu erwarten ist, wird jetzt billige Symbolpolitik betrieben statt, echte Verantwortung zu übernehmen. Wer über Jahrzehnte Millionen mit dem ungebremsten Verfeuern fossiler Energieträger verdient hat und dies auf Kosten des Klimas, der Umwelt und zukünftiger Generationen, der kann sich nicht einfach mit ein paar symbolischen Gärten von dieser Verantwortung reinwaschen.

Gemeinschaftsaktion der Berliner Gemeinschaftsgartenbewegung 13.04.2017


Weiterführende Links:


Urban Gardening Manifest:
http://urbangardeningmanifest.de/

Netzwerkseiten von urbanen Gärten
https://anstiftung.de/
https://gruenanteil.net/
http://stadtacker.net/SitePages/Homepage.aspx

Vattenfall-Garten, Selbstdarstellung:
http://pflanz-was.vattenfall.de/
https://www.youtube.com/watch?v=NoI6GpXZjqk

Urbane Gärten leisten Widerstand gegen Vereinnahmung
http://www.nachbarschaftsakademie.org/event/urbane-gartenbewegung-immer-diese-widersprueche/
http://www.allmende-kontor.de/images/allmende/pdf/2016-09-26_Aldi_Statement_des_Allmende-Kontors.pdf

Ende Gelände
https://www.ende-gelaende.org/de/

6. April 2017

Alle Beet-Patenschaften vergeben

Yeah! Es sind alle Paten-Beete vergeben und wir freuen uns auf eine bunte und vielfältige Gartensaison mit allen neuen und alten Beetpat*innen!

5. April 2017

[Bilder] Lucie Bautage

Das waren die Lucie Bautage - der erste Frühjahrsputz ist geschafft! Danke an die vielen helfenden Hände! Wir haben uns über neue Gesichter gefreut, die Sonne genossen und die Lucie auf den nahenden Saisonstart vorbereitet, seht selbst!


Altes wurde abgebaut

Der Kompost wurde umgekrempelt ...

... und durchgesiebt

Die Bäckerkisten durchsortiert: Was wächst noch, wo müssen wir nachsäen?

Neue Stauden wurden gepflanzt

 ... viele Beete gekrautet ...

und natürlich Pausenzeiten eingehalten :)



27. März 2017

Übernimm eine Lucie-Beetpatenschaft!


Auch in diesem Jahr wieder:
Lust, ein Stück Natur in die Stadt zurück zu holen? Dein Essen selbst anzubauen, in der Stadt, vor deiner Haustür? Eine Parzelle ist dir zu groß oder dir fehlt noch gärtnerisches KnowHow?

Du bekommst:
  •  1 Piratenbeet (ca 1,5 m², siehe Foto) zu deiner Verfügung ab dem 23.04. erstmal für eine Saison
  • Zugang zu allen Gartenwerkzeugen und den zahlreichen Gartenbüchern aus der Lucie-Bibliothek während der Gartentreffen an je drei Tagen pro Woche (Dienstags und Donnerstags ab 18 Uhr, Sonntags ab 16 Uhr)
  •  Regelmäßige Workshops zu deinen Wunsch-Gartenthemen gegen Spende
  •  Gemeinsames Lernen, Austausch und Unterstützung beim Gärtnern

Dafür brauchen wir: 
  • Deine/eure Telefonnummer und Email-Adresse, um dich/euch bei Bedarf erreichen zu können (Ihr könnt das Beet auch gemeinsam nutzen, z.B. mit einer Freundin).
  • Deine Zusage, an einem Gießtreffen pro Woche ca. alle 2 Wochen teilzunehmen (ca. 2h). Du musst also nicht täglich selbst schauen, ob dein Beet Wasser braucht, dafür aber hin und wieder auch alle anderen Beete mitgießen.
  •  Die Bereitschaft, ab und zu auch bei Gemeinschaftsaufgaben mit anzupacken, wie Müll sammeln, Platz fegen, winterfest machen oder Gemeinschaftsbeete krauten/neu einsäen etc. Vielleicht hast Du auch Lust bei unseren Veranstaltungen ein bisschen auszuhelfen, das wäre prima!
Was du wissen solltest:
Die Lucie ist ein öffentlicher Platz ohne Zaun. Für die von dir angebauten Pflanzen gibt es daher keine Garantie: Es kann sein, dass Passant/innen etwas von z.B. deinen Zuckererbsen ernten. ABER: Wir haben so gut wie keine Probleme mit Vandalismus und können auch immer viel selbst ernten, insbesondere unbekannteres Gemüse oder solches, das heimlich still und leise unter Erde wächst. Eine gute Beschilderung mit deinen Vorstellungen hilft evtl. auch, Fremde von der Ernte abzuhalten. Sicher ist aber Eines: Du wirst sehr viel über Gärtnern lernen können, Zeit mit tollen Menschen aus der Nachbarschaft verbringen und immer wieder Überraschungen und kleine Abenteuer erleben. Lucie hat für jeden etwas.

Los geht’s am 23.04. beim Lucie-Saisonstart!
Reservier dir dein Beet schon jetzt unter lucie-bremen@posteo.de